Franciacorta-Verkostung bei Ferghettina: Genuss mit Ecken und Kanten

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Autor: Bettina Perlot

Unsere Franciacorta-Verkostung bei Ferghettina führt mitten hinein in eine Landschaft aus sanften Hügeln, Weinbergen und kleinen norditalienischen Orten. Im familiengeführten Weingut Ferghettina trifft diese Kulisse auf außergewöhnliches Design, viel Liebe zum Detail und Franciacorta in ziemlich markanten Flaschen.

Für Weinliebhaber aus Deutschland und Österreich ist Ferghettina noch ein echter Geheimtipp. Denn während Prosecco längst fast überall erhältlich ist, begegnet man den Franciacorta der Familie Gatti bei uns deutlich seltener.

Was ist Franciacorta?

Franciacorta bezeichnet sowohl das Weinbaugebiet in der Lombardei als auch den dort produzierten DOCG-Schaumwein. Im Unterschied zum meist im Tank vergorenen Prosecco entsteht Franciacorta durch eine zweite Gärung in der Flasche. Anschließend reift er mindestens 18 Monate auf der Hefe, Jahrgangsweine und Riserva-Weine deutlich länger. Das sorgt für eine feine Perlage, mehr Tiefe und vielschichtige Aromen. Mehr über die Herstellung erfahrt ihr beim Franciacorta-Konsortium.

Wer italienisches Prickeln lieber leicht und unkompliziert mag, findet in unserem Beitrag über Prosecco DOC und Prosecco DOC Rosé weitere Inspiration.

Blick vom Weingut Ferghettina Richtung Lago d'Iseo (c) Daniel Oelz
Weingut Ferghettina, Lagerung (c) Daniel Oelz
Blick von oben über das Weingut Ferghettina (c) Daniel Oelz

Familienweingut mit Sinn für Design

Die Geschichte von Ferghettina begann 1991 mit Roberto Gatti und seiner Frau Andreina sowie zunächst vier Hektar Land. Heute bewirtschaftet die Familie rund 200 Hektar Weinberge in elf Gemeinden der Franciacorta. Mit Laura und Matteo ist längst auch die nächste Generation im Unternehmen tätig.

Schon der Empfang zeigt, welchen Stellenwert Design bei Ferghettina hat. Klare Linien, sorgfältig ausgewählte Materialien und der Blick über die Weinberge schaffen einen modernen und dennoch entspannten Rahmen.

Dieser Anspruch endet nicht im Verkostungsraum. Auch die Verarbeitungsflächen und Keller wirken außergewöhnlich gepflegt und bis ins Detail durchdacht. Nichts ist überinszeniert, aber alles bewusst gestaltet.

Eingangsbereich Weingut (c) Daniel Oelz
Keller Weingut Ferghettina (c) Daniel Oelz

Warum die Flaschen Ecken haben

Das Markenzeichen von Ferghettina sind die vierkantigen Flaschen. Entwickelt und patentiert wurde die Form von Matteo Gatti, dem Sohn des Hauses.

Durch die flachen Innenseiten verteilt sich das Hefedepot während der Reifung auf einer größeren Fläche. Dadurch kommt der Wein fast zweieinhalbmal so stark mit der Hefe in Kontakt wie in einer herkömmlichen runden Flasche. Das soll die aromatische Entwicklung unterstützen und dem Franciacorta zusätzliche Finesse verleihen.

Design, das nicht nur gut aussieht, sondern auch dem Wein etwas bringt? Mögen wir.

Auswahl Franciacorta Flaschen (c)Daniel Oelz

Franciacorta-Verkostung: vier Weine und regionaler Käse

Die Franciacorta-Verkostung ist kein steifer Lehrgang für Weinkenner, sondern eine entspannte Einladung zum Probieren und Vergleichen.

Schon der Rundgang ist ein Erlebnis. Er führt durch die Verarbeitungsräume hinunter in die Keller und zeigt, wie viel Zeit, Präzision und Handarbeit in jeder Flasche stecken.

Bei der Verkostung lassen sich die unterschiedlichen Charaktere der vier Weine direkt vergleichen. Mal wirkt der Franciacorta frisch und geradlinig, dann weicher, dichter oder komplexer. Die regionalen Käsesorten verändern die Wahrnehmung und bringen zusätzliche Nuancen hervor.

Man probiert, vergleicht, kostet noch einmal – und versteht plötzlich ziemlich gut, warum Franciacorta in Italien längst eine feste Größe ist.

alle Bilder (c) Daniel Oelz

Geheimtipp für Deutschland und Österreich

Da Ferghettina nur einen vergleichsweise kleinen Teil seiner Weine exportiert, sind die markanten Flaschen in Deutschland und Österreich noch nicht überall zu finden. Gerade das macht sie zu einem spannenden Geheimtipp.

Vor Ort können die Weine nicht nur verkostet, sondern auch gekauft werden. Die aktuellen Führungen findet ihr auf der Seite zum Besuch des Weinguts Ferghettina. Eine Reservierung ist erforderlich.

Die Franciacorta-Verkostung bei Ferghettina und eine Übernachtung am Lago d’Iseo ergeben zusammen genau die Art von Kurztrip, die wir lieben.

Hier findet Ihr das Reiseziel auf Google Maps

Lifestyle-2-Go Tipp: Übernachten am Lago d’Iseo

Nach vier Gläsern Franciacorta stellt sich die Frage nach der Weiterfahrt ohnehin nicht. Deshalb unser Tipp: Verbindet die Weinverkostung mit einer Übernachtung am nahe gelegenen Lago d’Iseo.

Für uns ist er die kleine Schwester des Gardasees: genauso mediterran und gleichzeitig alpin, aber deutlich ruhiger und weniger besucht. Kleine Orte am Wasser, entspannte Promenaden und die umliegenden Berge machen den See perfekt für ein genussvolles Wochenende in Norditalien. Inspiration findet ihr bei Visit Lake Iseo.

Ferghettina und der Lago d’Iseo ergeben zusammen genau die Art von Kurztrip, die wir lieben: leicht erreichbar, überraschend besonders und weit genug vom großen Reisetrubel entfernt.

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