Dopamine Style: Warum Farbe zu Hause glücklich machen darf 

Dopamine Style heißt das Buch, mit dem Interior-Creatorin Rachel Verney Farbe, Muster und Textur ins Zuhause holt. Unser Buchtipp für alle, die nach Braun jetzt Lust auf Mut haben. Fotocredit: © Midas Verlag
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Dopamine Style
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Autor: HMC_Agency

Das Paket liegt auf dem Küchentisch, der Karton ist noch kühl vom Treppenhaus. Draußen hängt dieser graue Herbstnachmittag, an dem das Licht schon um vier Uhr müde wird. Dann klappt der Deckel auf, und das Grau bekommt Konkurrenz. Man fährt mit den Fingern über das Prägecover, blättert, bleibt an einer Doppelseite hängen, an der nächsten auch. Unser Rezensionsexemplar von »Dopamine Style – Mehr Farben für ein glückliches Zuhause« ist Ende September in der Redaktion eingetroffen, und seither wandert es von Schreibtisch zu Schreibtisch. Geschrieben hat es Rachel Verney, erschienen ist es in der Midas Collection des Zürcher Midas Verlags.

Dopamin-Deko: Was hinter dem Trend steckt

Der Begriff klingt nach Neurologie-Vorlesung, gemeint ist etwas sehr Alltägliches: ein Zuhause, das gute Laune macht. Der Verlag beschreibt die Idee so, dass mutige Farben, energiegeladene Muster und eine Mischung aus verschiedenen Texturen Freude wecken und den persönlichen Stil zur Geltung bringen sollen. Kein Katalog-Look also, sondern Räume, die nach den Menschen aussehen, die darin wohnen. 

In der Leseprobe erklärt das Kapitel »Die Psychologie des Dopamin-Dekors«, worum es geht: Dopamin wird dort als Wohlfühlhormon beschrieben, das sich auf Stimmung, Motivation und Konzentration auswirkt. Verney zitiert dazu den Designer Joshua Smith, der von jenem Moment spricht, in dem man durch die Tür kommt, die Schönheit des eigenen Zuhauses aufnimmt und erleichtert ausatmet. Man muss die Neurochemie nicht bis ins Detail nachprüfen, um das Gefühl zu kennen: Es gibt Räume, in denen die Schultern sinken, und solche, in denen nicht. 

Der Kern des Ansatzes ist deshalb weniger Wissenschaft als Haltung. Entscheidungen beim Einrichten sollen sich daran orientieren, wie man sich dabei fühlt, nicht daran, was gerade in Schauräumen steht. Als zentrale Prinzipien nennt das Buch Farblehre und Farbpsychologie, dazu den Umgang mit Mustern, Natur und Texturtherapie. Klingt nach viel Theorie, liest sich in der Leseprobe aber erfrischend praktisch. 

Dopamine Style
Autorin Rachel Verney © Midas
Dopamine Style
Coverbild Dopamine Style © Midas

Rachel Verney: vom Instagram-Account zum ersten Buch

Wer auf Instagram Interiors folgt, ist @the_shoestring_home vermutlich schon einmal begegnet. Hinter dem Account steht Rachel Verney, laut Verlag Innenarchitektin, die dort Einrichtungstipps, Deko-Hacks und Raum-für-Raum-Verwandlungen teilt. Laut Pressematerial folgen ihr über 550.000 Menschen auf Instagram und über 125.000 auf TikTok, vorgestellt wurde sie unter anderem in Forbes und Ideal Home, zusammengearbeitet hat sie mit Marken wie IKEA, Habitat und DeLonghi. 

Vom Vision Board zur eigenen Palette

Die vielleicht nützlichste Seite des Buches ist gar keine Vorher-nachher-Inszenierung, sondern ein Werkzeug: das Moodboard. Verney beschreibt es als Design-Tool, mit dem man Ideen sammelt und sieht, wie sie zusammenpassen, und vor allem, was im eigenen Konzept nicht funktioniert. Bilder von Möbeln, Tapetenmuster, Stoffproben: Hier wird die Farbpalette greifbar und lässt sich nach und nach verfeinern, digital über Apps oder ganz analog mit echten Mustern. 

Davor setzt sie einen Schritt, der uns besonders gefällt: das Vision Board. Dabei geht es weniger um das geplante Design als um die Frage, was einen anspricht und bewegt. Alles darf drauf, was glücklich macht, von Outfits über alte CD-Cover bis zu gepressten Blumen oder Zitaten. Wer zu zweit wohnt, merkt spätestens hier, wo sich die Geschmäcker treffen und wo nicht. Ein Abend mit Schere, Kleber, Stapeln alter Magazine und einer Flasche Wein ist jedenfalls kein schlechter Einstieg in ein Einrichtungsprojekt. 

Für Farbe braucht es übrigens nicht gleich die ganze Wohnung. Die im Buch genannten Projekte sind bewusst überschaubar: ein gepolstertes Kopfteil verändert das Schlafzimmer, gestrichene Fliesen das Bad, ein upgecycelter Schrank die Ecke, in der abends die Gläser stehen. Kleine Flächen, großer Effekt, und wenn es nicht gefällt, ist es mit einem Wochenende und einem Pinsel wieder rückgängig gemacht. 

»Dopamine Style« ist kein Buch, das man einmal liest und ins Regal stellt. Es ist eher eine Einladung, die eigene Wohnung neu anzuschauen, mit der Frage, was einen dort wirklich glücklich macht. Die Antwort darf bunt ausfallen. 

Dopamine Style © Midas Verlag

Lifestyle-2-go-Tipp:

Bevor du zum Farbkübel greifst: Mach es wie Rachel Verney und starte mit einem Vision Board – auf Papier, mit allem, was dich freut. Wer zu zweit wohnt, macht zwei Boards und legt sie danach nebeneinander. Die Überschneidungen sind deine Palette.  

Faqs: Auf einen Blick: Dopamine Style für zu Hause

Wo ist »Dopamine Style« erhältlich?

Direkt beim Midas Verlag (midas.ch, Midas Collection) sowie im Buchhandel, etwa bei Dussmann oder Weltbild.ch. Am schnellsten findest du das Buch über die ISBN 978-3-03876-375-8.

Laut Verlag 24,00 € in Deutschland und 24,70 € in Österreich. Dafür gibt es 224 Seiten im Hardcover mit Prägecover. 

Für alle, die ihr Zuhause farbiger und persönlicher gestalten wollen, ohne gleich renovieren zu müssen. Neben Inspiration und Farblehre enthält das Buch laut Verlag DIY-Projekte für jedes Budget, vom Kopfteil polstern bis zum Fliesenstreichen. 

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