Hinter einer unscheinbaren Fassade, im Palazzo Papadopoli, liegt das Aman Venice – ein Haus, das sich dem Tempo der Biennale entzieht. Die Ankunft erfolgt über das Wasser, durch eine monumentale Eingangshalle mit Fresken und historischen Reliefs. Innen öffnen sich Räume mit bemalten Decken, venezianischen Kronleuchtern und Blickachsen auf den Canal Grande. Die Geschichte bleibt sichtbar, ohne inszeniert zu wirken.
Während der Biennale wird dieser Palazzo selbst Teil der künstlerischen Landschaft. Die britisch-französische Künstlerin Charlotte Colbert zeigt im privaten Garten ihre Installation Possible Landscapes: vier surrealistische Skulpturen, die Realität und Fantasie ineinander verschieben. Keine klassische Ausstellung, sondern Kunst, die sich zwischen Bäumen, Wasserblick und venezianischer Architektur entfaltet.
Gerade darin liegt der Reiz: draußen die Biennale, drinnen ein Ort, der sich bewusst zurücknimmt.
Der Palazzo funktioniert während dieser Monate wie ein Gegenpol. Zwischen Ausstellungsterminen, Preview-Empfängen und Begegnungen entsteht hier Raum zum Ankommen. Zwei private Gärten – selten in dieser Lage – öffnen den Blick auf das Wasser und schaffen Distanz zur Dichte der Stadt.
Mit den wärmeren Monaten wird der Grand Canal Garden zum Mittelpunkt: Frühstück unter alten Bäumen, Lunch im Schatten, Aperitivo am Wasser. Am Abend verändert sich das Licht, Boote ziehen vorbei, Gespräche werden ruhiger. Die Biennale wirkt plötzlich weiter entfernt, als sie tatsächlich ist.
Auch kulinarisch bleibt der Fokus bewusst reduziert. Im Restaurant Arva stehen saisonale italienische Produkte im Mittelpunkt, ergänzt durch private Dinner oder Kochkurse. Dazu kommen Begegnungen mit venezianischem Handwerk – von Glasbläsern auf Murano bis zu Gondelbauern. Erlebnisse, die die Stadt greifbar machen, ohne laut zu sein.
Der verborgene Palazzo wird damit mehr als Unterkunft. Er wird zur Perspektive auf Venedig.
Lifestyle-2-Go Tipp:
Wer die Biennale besucht, sollte bewusst Zeit außerhalb der Ausstellungsrouten einplanen. Ein früher Abend am Canal Grande, ein Garten statt Galerie, ein Palazzo statt Programm. Genau dort zeigt Venedig seine andere Seite.
Erreichbarkeit
Venedig ist schnell erreichbar:
- ab München: Flug ca. 1:00 h | Zug ca. 6:30 h
- ab Wien: Flug ca. 1:05 h | Zug ca. 7:30 h
- ab Berlin: Flug ca. 1:40 h
- ab Hamburg: Flug ca. 1:50 h
Vom Venice Marco Polo Airport führt der Weg per Boot ins Zentrum – genau dorthin, wo sich der verborgene Palazzo am Canal Grande öffnet.